{"id":7,"date":"2010-03-25T00:29:38","date_gmt":"2010-03-24T23:29:38","guid":{"rendered":"http:\/\/vompisterhof.de\/?page_id=7"},"modified":"2010-04-21T06:54:28","modified_gmt":"2010-04-21T04:54:28","slug":"welpenentwicklung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.vompisterhof.de\/?page_id=7","title":{"rendered":"Welpenentwicklung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Pr\u00e4missen der Verhaltensentwicklung unseres Hundes<\/strong><\/p>\n<p>Die Verhaltensentwicklung der Welpen wird durch einige grunds\u00e4tzlichen Pr\u00e4missen<\/p>\n<p>gekennzeichnet. Genannt seien:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>das rasante Tempo<\/strong><\/li>\n<li><strong>die Unwiederbringlichkeit<\/strong><\/li>\n<li><strong>die Unumkehrbarkeit<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Keine Zeit verlieren!<\/strong><\/p>\n<p>In den ersten 16 Lebenswochen vollziehen sich die Prozesse der Verhaltensentwicklung in einem schnellen Tempo. Vergleiche mit einem Menschenkind sind an sich unzul\u00e4ssig, aber geben doch einen f\u00fcr Menschen fassbaren Ma\u00dfstab. In der sensiblen Phase l\u00e4uft der Ent-wicklungsprozess beim Hund etwa 25 Mal schneller als beim Kind.<\/p>\n<p>Das bedeutet: 25 Menschentage entsprechen einem Tag im Hundeleben. In 16 Lebenswochen Erreicht der Welpe etwa den Status eines 7j\u00e4hrigen Kindes. Bis zur Pubert\u00e4t, zugrunde gelegt 12 Jahre beim Kind und 8 Monate beim Hund, k\u00f6nnen etwa 20 Menschentage mit denen eines Hundes verglichen werden.<\/p>\n<p>Dieses Experiment mit Lebensabl\u00e4ufen dient nur dem Hinweis auf die Schnelligkeit der Abl\u00e4ufe beim Hund und daraus schlussfolgernd wie wenig Zeit wir haben, unseren Welpen angemessen in ein verhaltenssicheres Leben einzuf\u00fchren. Wenn man dieses Entwicklungstempo positiv sieht, ist zu erkennt, dass wir in einer sehr kurzen Zeit viel erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Entwicklungsgeschwindigkeit angepasst ist eine gro\u00dfartige Lernbereitschaft und ein grenzenloses Lernverm\u00f6gen der jungen Hunde. Genauso schnell und ebenso nachhaltig werden Verhaltenweisen erlernt, die unter unerw\u00fcnschtes Verhalten aus menschlicher Sicht einzuordnen sind. Gleicherma\u00dfen f\u00fchrt anhaltende Reizarmut zu Verhaltensdefiziten, die nicht mehr aufholbar sind.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Verpasse Verhaltensentwicklung beim Welpen<\/strong><\/p>\n<p>Die Phase besonderer Lernbereitschaft beim Hund, bei der alle Eindr\u00fccke gleich in das\u00a0 Langzeitged\u00e4chtnis aufgenommen werden, ist einmalig im Leben eines Hundes und wiederholt sich nicht!! Die sensible Phase der Verhaltensentwicklung ist einem Zeitfenster vergleichbar, das sich schrittweise \u00f6ffnet und zunehmend wieder schlie\u00dft. Ist es geschlossen, sind die Bem\u00fchungen, noch etwas unterzubringen, vergeblich oder sehr m\u00fchsam und langwierig.<\/p>\n<p><strong>Verpasste Verhaltensentwicklung ist prinzipiell nicht nachholbar!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Unumkehrbarkeit der Erfahrungen in der sensiblen Phase<\/strong><\/p>\n<p>Es hat sich in zahlreichen Untersuchungen und auch praktischen Erfahrungen von Z\u00fcchtern und Hundehaltern herausgestellt, dass Erfahrungen, die im Guten wie im Schlechten in der sensiblen Welpenzeit gemacht wurden, unverr\u00fcckbar erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Traumatische Begegnungen mit Menschen f\u00fchren zur lebenslangen Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber insbesondere fremden Menschen. Erfahrungen mit Umweltsituationen, wie z.B. Wasser, f\u00fchren im positiven Falle zu einem lebensl\u00e4nglich wasserfreudigen Hund, umgegehrt entsteht der Wassermuffel.<\/p>\n<p>Unsere Hunde bilden so etwas wie ein Referenzsystem heraus. Die in der sensiblen Zeit gesammelten Eindr\u00fccke werden zu Normmustern, an denen alle k\u00fcnftigen vergleichbaren Ereignisse abgeglichen werden; das entsprechende Verhalten wird gezeigt.<\/p>\n<p>Dies gilt sowohl f\u00fcr erw\u00fcnschte als auch f\u00fcr unerw\u00fcnschte Reaktionen. Wenn der Welpe z.B. lernt, dam Menschen auszuweichen, sobald er unerw\u00fcnschten Neigungen nachgeht und sein Besitzer ihn verfolgt und doch nicht erreicht, hat er sich sehr schnell einen ausweichenden Hund erzogen. Ganz anders wird im Referenzzentrum vermerkt, wenn das Herankommen zu einem Menschen angenehm und auch unausweichlich ist. Dann n\u00e4mlich funktioniert dies auch ein Leben lang zu beiderseitigem Nutzen.<\/p>\n<p><strong>Wachstum und Ausformung des Gehirns<\/strong><\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen der rasanten Geschwindigkeit, der Unwiederbringlichkeit\u00a0 und der Unumkehrbarkeit der Verhaltensentwicklung in den ersten Lebenswochen hat seine Materialisierte Grundlage im Wachstum und in der Ausbildung des Gehirns im gleichen Zeitraum. Welpen werden, was Erfahrungen betrifft, mit einem leeren Gehirn geboren. Sie kommen zwar im Prinzip mit der Gesamtzahl der Nervenzellen zur Welt. Diese machen etwa 5 bis 8 % ihres m\u00f6glichen Gehirngewichtes erfolgt aber nicht durch Zunahme der Nervenzellen, sondern durch die Herausbildung von Vernetzungen zwischen diesen. Das geschieht in erster Linie im Gro\u00dfhirn, der Steuerzentrale k\u00fcnftigen Verhaltens. Die Vernetzungen bilden sich nur durch Umweltanforderungen heraus. Mehr als die H\u00e4lfte des Gehirngewichtes und Gehirnvolumens entsteht in den ersten vier Lebensmonaten der Welpen!<\/p>\n<p>Jede im Gehirn entstandene Vernetzung ist einem bestimmten Verhalten zuzuordnen. Diese Vernetzung besteht lebensl\u00e4nglich und l\u00e4sst sich nicht mehr ver\u00e4ndern. Somit haben wir die Grundlage f\u00fcr die Unumkehrbarkeit bestimmter entwickelter Verhaltensweisen.<\/p>\n<p>Ebenso sind Vernetzungen, die in der sensiblen Phase durch den Mangel an Umweltreizen nicht stattfinden, auch nicht nachholbar. Hier liegt der Grund f\u00fcr die Unwiederbringlichkeit der Verhaltensentwicklung in der sensiblen Phase.<\/p>\n<p>Folgendes kleines Beispiel soll die\u00a0 &#8220; <strong>Einmaligkeit <\/strong>&#8220;\u00a0des Vorganges demonstrieren:\u00a0 Die in meiner Zuchtst\u00e4tte geborenen und aufgezogenen Welpen werden vom ersten Tag des Zuf\u00fctterns mit\u00a0einem bestimmten Ruf\u00a0zum Futter gerufen. Sie lernen das sehr schnell und sie vergessen es ein Hundeleben lang nicht.<\/p>\n<p><strong>Sozialisierungsphase<\/strong><\/p>\n<p>Unser Hund besitzt in seinem Genom eine Option zur sozialen Lebensweise. Diese Option stellt sich als die F\u00e4higkeit das, Beziehungen mit Artgenossen, aber auch Angeh\u00f6rigen anderer Arten wie dem Menschen, einzugehen.<\/p>\n<p>Das bedeutet auch den Besitz der F\u00e4higkeit, in der Gruppe leben zu k\u00f6nnen und dar\u00fcber hinaus das zwingende Bed\u00fcrfnis, in der Gruppe, dem Rudel, der Meute, &#8211; Hund\/Mensch\u00a0&#8211; einen sozialen Platz zu finden. Dieses soziale Bed\u00fcrfnis war f\u00fcr die w\u00f6lfischen Ahnen unserer Hunde ein \u00fcberlebenswichtiger Zwang. Allein hatten sie keinen Jagderfolg und waren existenziell gef\u00e4hrdet. Diese w\u00f6lfischen Anlagen habe die Domestikation nicht nur gut \u00fcberlebt, sie haben sich beim Hund als hervorragende Voraussetzung f\u00fcr die Partnerschaft mit dem Menschen vollendet etabliert.<\/p>\n<p>Sozialverhalten ist zwar genetisch determiniert, aber auch einem Lernprozess unterworfen. Er muss in der Sozialisierungsphase des Hundes, etwa ab der 3. Lebenswoche bis etwa zur 16. Lebenswoche, vollzogen werden. Ein Hund, der in dieser Zeit die Regeln des sozialen Zusammenlebens nicht erlernt, bleibt ein Einzelg\u00e4nger, der sich auch in eine Beziehung zum Menschen nur sehr schwer einordnet. Einem Hund zu unterstellen, dass er ein \ufffdsoziales Wesen\ufffd sei und sich auch entsprechend zu verhalten habe, reicht also nicht aus. Er muss die M\u00f6glichkeit bekommen, die Regeln sozialer Gemeinschaften zu erlernen.<\/p>\n<p><strong>Signale verstehen lernen<\/strong><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen davon ausgehen, dass der Welpe mit Gesten ausgestattet ist, anderen seine Absichten mitzuteilen. Er kennt Drohgeb\u00e4rden genauso wie Demutsgeb\u00e4rden. Sein Problem zur Sozialisierung besteht aber darin, die Gesten des Anderen zu deuten. Der kleine Hund sendet also Signale der Kommunikation aus. Er muss die Signale, die er empf\u00e4ngt, aber verstehen lernen und angemessen darauf reagieren. Er lernt die Signale anderer in sein Verhaltensrepertoire einzuordnen. Dieses Lernen der Grundregeln der Kommunikation vollzieht sich im Umgang mit Artgenossen und Menschen. Die normale und auch glcichermassen ideale Lernsituation ist ein Wurf mit mehreren Geschwistern, in dem der Welpe seine ersten Lebenswochen verbringt. Er nimmt seine Mutter, die Geschwister und die obligatorisch dazu geh\u00f6renden Menschen seiner Umgebung mit Beginn der Sozialisierungsphase bewusst wahr. F\u00fcr den Welpen beginnt eine Lebensphase, deren Inhalt durch Erkunden, Neugier, Spielen und Nachahmen bestimmt wird. Erkundungsverhalten und Spielen ist f\u00fcr die Welpen unverzichtbare aktive Informationsgewinnung.<\/p>\n<p><strong>Welpenspiele sind Sozialspiele<\/strong><\/p>\n<p>Spielend werden anwendbare Erfahrungen in einem entspannten Milieu gewonnen.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Sie \u00fcben spielerisch Verhalten ein und rufen gleichzeitig Verhalten vom Partner ab<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sie lernen und entwickeln pers\u00f6nliche Strategien zur Durchsetzung eigener Ineressen und wenden Erlerntes an<\/strong><\/li>\n<li><strong>Sie erkennen und werten das eigene Durchsetzungsverm\u00f6gen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Gemeinschaft ist die Achtung der Individualinstanz des Anderen. Junge Hunde lernen damit die Interessensph\u00e4re der Geschwister zu respektieren. Wenn sie ein Wurfgeschwisterchen so bei\u00dfen, dass es schmerzhaft ist, und der andere sich ernsthaft zur Wehr setzt, setzt er auch ein Signal: \ufffd Bis hierher und nicht weiter\ufffd. Rudelmitglieder \ufffdsorgsam behandeln\ufffd ist w\u00f6lfisches Erbe, aber es muss dem lernenden kleinen Hund bewusst gemacht werden. Diese Individualdistanz\u00a0 wird auch als \ufffdBei\u00dfhemmung\ufffd bezeichnet, weil der Hund lernt, seine Z\u00e4hne behutsam gegen Rudelpartner\u00a0 und auch angemessen gegen Gegner einzusetzen<\/p>\n<p>(Quelle: Dr. Helga Eichelberg).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pr\u00e4missen der Verhaltensentwicklung unseres Hundes Die Verhaltensentwicklung der Welpen wird durch einige grunds\u00e4tzlichen Pr\u00e4missen gekennzeichnet. Genannt seien: das rasante Tempo die Unwiederbringlichkeit die Unumkehrbarkeit Keine Zeit verlieren! 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